29.11.2016

Cityguide Köln für Kölner


Das schöne daran in einer Großstadt zu leben ist ja auch, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Und auch wenn ich immer mit offenen Augen durch die Stadt gehe, finde ich immer wieder neue Ecken, Läden, Restaurants und Kneipen die ich noch nicht kenne. Mir macht es viel Spaß diese Orte zu entdecken.

Bei meinen letzten Entdeckungstouren hatte ich einen kleinen aber feinen Begleiter, den Cityguide Köln für Kölner 2017 von MARCO POLO dabei. In einen Reiseführer für Köln habe ich schon eine Weile nicht mehr geguckt, denn die klassischen Sehenswürdigkeiten und Geschichten kenne ich im Großen und Ganzen. Dieses Buch ist jedoch anders, denn es legt einen besonderen Focus auf aktuelle Trends, neue Geschäfte und Restaurants und angesagte Orte. Sowohl beim ersten durchstöbern als auch beim genaueren durchlesen habe ich so viele neue Locations entdeckt, die ich bislang noch nicht kannte. Meine Liste der Orte, die ich in Köln noch aufsuchen und der Restaurants die ich noch ausprobieren möchte ist also wieder ordentlich angewachsen : )

Doch natürlich werden auch Kölns Klassiker sowie beliebte und bewährte Orte, Restaurants, Museen, Läden und mehr aufgeführt.

Dabei ist das Buch sehr übersichtlich nach Themen wie Kunst & Kultur, Essen & Trinken oder Wellness & Sport gegliedert. Schön finde ich auch, dass es eine Kategorie für Kinder und für Regentage gibt. Zu Anfang des Buches werden die einzelnen Bezirke kurz vorgestellt. Jeder Bezirk hat eine eigene Farbe, so dass man die Lage der einzelnen Locations später direkt dem jeweiligen Bezirk zuordnen kann. Somit kann man sich auch gut Bezirk für Bezirk erschließen.

Köln für Kölner ist ein tolles Buch für alle Kölner die ihre Stadt mögen und Neues entdecken möchten. Auch als Alternative für Touristen zum typischen Reiseführer kann ich dieses Buch nur empfehlen, denn mit ihm kann man die klassischen Touristenpfade auch gut verlassen und ganz andere Seiten der Stadt entdecken.


MARCO POLO Cityguide Köln für Kölner 2017 |  Mairdumont | 2016 | Broschiert | 248 Seiten | ISBN: 978-3829708920 | Preis: 12,99€

09.11.2016

Das Meer in Gold und Grau


Vor einigen Wochen habe ich nach Büchern gesucht, in welchen das Meer in irgendeiner Form eine Rolle spielt. Dabei wurde ich auch auf Veronika Peters Werk "Das Meer in Gold und Grau" aufmerksam. Das Buch erzählt die Geschichte von Katia, welche mit 29 Jahren vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens steht. Doch wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine Neue und so findet Katia Unterschlupf im Strandhotel ihrer ihr bis dahin unbekannten Tante an der Ostsee. Das altertümliche Hotel wird neben der schroffen Tante von sehr unterschiedlichen Menschen, Katzen und Büchern bewohnt und versprüht einen ganz eigenen Charme. Und während Katia im Hotel immer heimischer wird, versteht sie immer mehr, was im Leben wirklich wichtig ist.

Veronika Peters hat mich mit diesem Buch überrascht. Ich dachte, dass ich zwischen den Buchdeckeln einen eher leichten Frauenroman für warme Sommertage finde. Dem ist jedoch nicht so. Veronika Peters erzählt vom ankommen, loslassen und Abschied nehmen. Die Sprache der Autorin ist sehr klar, kraftvoll und poetisch. Es ist richtig schön, ihre Worte zu lesen. Die Geschichte ist wesentlich tiefgründiger, als ich erwartet hatte. Dies liegt auch daran, dass vieles nicht gesagt wird und gerade dadurch betont wird. Die Geschichte wird nicht von großen Worten getragen und ist trotzdem sehr kraftvoll. Die Autorin lässt Raum für die eigenen Gedanken was mir sehr gut gefällt.

Die Autorin zeigt auch immer wieder einen feinen Sinn für Humor, welcher meist in den Dialogen der Figuren durchkommt. Auch dadurch erhält das Buch für mich eine ganz besondere Note.

Auch wenn das Buch am Meer spielt, ist es für mich eher ein Buch für den Herbst und Winter, welches ideal zu Tee, Kuscheldecke und Couch passt.


Das Meer in Gold und Grau | Veronika Peters | Goldmann | 2013 | Taschenbuch | 288 Seiten | ISBN: 978-3442467891 | Preis: 9,99€

08.11.2016

Schattwald


Nach dem Tod ihrer Großmutter Charlotte reist die Journalistin Anne nach Innsbruck, um sich um den Nachlass ihrer Großmutter zu kümmern. Dabei stößt sie auf Tagebücher welche ihre Großmutter als junge Frau verfasst hat. Die Tagebücher erzählen von Charlottes Zeit im Nervensanatorium Schattwald zur Zeit der Naziherrschaft. Doch nicht nur Anne interessiert sich für die Tagebücher. Fast zu spät bemerkt sie, dass sie in Gefahr schwebt.

Auch wenn ich schon einige Bücher zu dieser Epoche gelesen habe, gibt es doch immer wieder neue Bücher und Themen, welche mich Interessieren. Das Setting rund um das Nervensanatorium Schattwald hat mich auf Anhieb sehr angesprochen.

Auf zwei Erzählebenen erzählt Barbara Dribbusch von Anne und Charlotte. Mit Anne bin ich irgendwie nicht richtig warm geworden, ich habe sie als hölzern und wenig lebendig empfunden. Gut gefallen hat mir aber, dass Anne auf dem Boden bleibt und nicht vom Normalo zur Gangster vertreibenden Superheldin gepusht wurde. Die junge Charlotte hingegen mochte ich sehr.

Die Geschichte baut langsam jedoch stetig immer mehr Spannung auf. Es dauerte etwas bis ich merkte, wohin die Reise geht. Dennoch habe ich von Anfang an mitgerätselt, was mir Spaß gemacht hat. Ich wollte einfach immer wissen, wie es weiter geht und habe lange kein Buch mehr so schnell ausgelesen.

Die Autorin erzählt von der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten. Die Passagen über Schattwald waren sehr interessant und ich hätte gerne noch mehr über das Sanatorium erfahren. Insgesamt ist die Geschichte jedoch sehr rund und stimmig.

"Schattwald" hat mir sehr gut gefallen.


Schattwald | Barbara Dribbusch | Piper | 2016 | Taschenbuch | 368 Seiten | ISBN: 978-3492307895 | Preis: 10,00€

15.06.2016

Die 1. LitBlog Convention in Köln [#LBC16]


Als Anfang März die Kölner Verlage DuMont Buchverlag, DuMont Kalenderverlag, Egmont LYX/ INK, Kiepenheuer & Witsch und Bastei Lübbe bekannt gaben eine Convention für Literaturblogger in Köln zu veranstalten, konnte ich mir zwar nicht wirklich etwas darunter vorstellen, war aber so neugierig, dass ich mir ein Ticket gekauft habe. Am 04. Juni war es dann soweit. 

Um 13 Uhr gab es dann ein erstes Zusammentreffen im Foyer des Verlagshauses. Bei Kuchen und kühlen Getränken traf man auf neue und altbekannte Gesichter. Nach einer kurzen Eröffnungsrede von Mitarbeiterinnen der mitwirkenden Verlage stürmten gegen 14 Uhr alle ins Treppenhaus um sich auf die Räume für die ersten Sessions zu verteilen. Meine ersten beiden gewünschten Veranstaltungen waren leider schon voll. Um keinen Leerlauf zu haben, habe ich mir dann die Session mit Vea Kaiser angeschaut. 

Vea Kaiser und Reinhold Joppich

Wieso bin ich jetzt eigentlich Schriftstellerin? Vea Kaiser erzählt, was sie zum schreiben brachte - obwohl sie das eigentlich nie wollte!

Der Name Vea Kaiser ist mir natürlich ein Begriff, auch wenn ich noch kein Buch von ihr gelesen habe. Bereits nach wenigen Sätzen ist klar dass die in Wien lebende Autorin sehr sympathisch ist. Doch auch Reinhold Joppich, der ehemalige Vertriebsleiter von KiWi, welcher das Gespräch mit Vea führt, wirkt durch seine rheinische Art sehr sympathisch. Vea erzählt sehr lebendig und bildhaft von ihrer Kindheit und Jugend und davon, wie sie zum schreiben kam. Interessant fand ich auch, dass die Autorin erzählt dass sie ein sehr analoger Mensch ist und vieles mit der Hand schreibt. Natürlich schreibt sie nicht nur, sondern liest auch gerne. Vea hätte gerne ein Kind von John Irving und kennt alle seine Tattoos. Am liebsten liest sie "fette Schinken die realistische Welten erzählen" denn sie findet, dass dünne Bücher eine "Verarsche sind, die den Leser viel zu schnell wieder rausreißen". Interessant wird es auch, als Vea, die Kritik nur dann mag wenn sie gut ist, von ihrer Arbeit mit ihrer "rattenscharfen und blitzgescheiten" Lektorin erzählt. Die Zeit ist wirklich sehr schnell vergangen und durch ihre tolle Erzählweise werde ich sicherlich demnächst einen ihrer Romane lesen. 

Ich mag Literatur, ich mag Städte und ich mag Los Angeles. Somit war mir auch klar, welche Session ich als nächstes besuchen wollte:

Die vielleicht wahnsinnigste Metropole der Welt - Literarischer Städtebau mit Jan Brandt und Jan Valk

Die Session wurde durch den Lektor Jan Valk eröffnet. Nach einigen Worten über Jan Brandt und seine bisherigen Werke übernimmt Jan Brandt selbst das Wort. Er erzählt von seiner Zeit in LA und seinem Vorhaben ein Amerika-Buch zu schreiben. Da er am besten über etwas schreibt, was er kennt, hat sich Jan Brandt in die Stadt LA geworfen, hat sich treiben lassen und geguckt, was mit ihm dabei geschieht. Dabei trifft er auf die verschiedensten Menschen, lässt sich von einem Gangsta-Rapper namens "Kleine Unterhose" durch sein Viertel führen und wird zufällig Zeuge eines Mordes. Diesen Mord hat Jan Brandt aufgearbeitet und vor zwei Jahren hier (https://krautreporter.de/112--mord-fur-ein-skateboard) bei den Krautreportern veröffentlicht. All diese Begegnungen werden Bestandteil seines neuen Werkes "Stadt ohne Engel", welches im September bei DUMONT erscheint. Der Autor selbst bezeichnet das Buch als journalistische Erzählung, denn er hält sich an real Erlebtes und nimmt sich die Freiheit es wörtlich besser auszuschöpfen. Nach dem Gespräch hat Jan Brandt noch einige Absätze aus "Stadt ohne Engel" gelesen. Das Gelesene wirkt auf mich melancholisch und traurig aber auch sehr lebensnah. Jan Brandt schaut genau hin und zeigt das Gesicht Los Angeles jenseits von Hollywood und Glamour. 

Büdchenliebe mit Stefan Matthiessen
Auf die dritte Session habe ich mich schon lange gefreut. Das Büdchenliebe-Projekt ist mir schon länger durch Instagram und Twitter bekannt und somit war ich sehr gespannt auf den Blogger und Fotografen Stefan Matthiessen. 

Büdchen - die Seele einer Stadt. Kölle is e Jeföhl! Am besten lässt sich das an der Büdchen-Kultur ablesen. 

Kiosk, Trinkhalle, Späti, Wasserhäuschen oder eben Büdchen - es gibt viele, meist von der Region abhängige Bezeichnungen, für die Orte, die so viel mehr sind als nur eine Stelle um mal eben ein Kölsch und ein paar Chips zu kaufen. Und nicht nur bei mir weckt der Gedanke an eine gemischte Tüte Kindheitserinnerungen. Büdchen sind Orte der Begegnung und erzählen Geschichten. Nicht nur ihre eigene, sondern auch die ihrer Besitzer und der Kunden. Und von diesen Geschichten hat uns Stefan auf sehr unterhaltsame Weise erzählt. So habe ich zum Beispiel viel Neues über ein Büdchen erfahren, welches viele Jahre lang auf meinem Arbeitsweg lag und an welchem ich am Vortag noch gewesen bin. Mir hat die Session von allen Sessions am besten gefallen und meine Vorfreude hat sich gelohnt!


Trotz Smartphone, Tablet und Laptop kann ich auf einen Kalender aus Papier, vollkommen analog und gefühlt heute altmodisch, nicht verzichten. Zudem mag ich schöne Kalender sehr. Deswegen habe ich mir als letzte Veranstaltung eine weitere Session des DuMont Kalenderverlags ausgesucht. 

Und es gibt sie immer noch... Kalender auf Papier. Trotz digitaler Konkurrenz sind Kalender aus Papier nicht totzukriegen. Im Gegenteil. 

Kalender sind nicht nur in ihrem Format, sondern auch in ihren Themen sehr vielfältig und unterschiedlich. Da Kalender in der Regel zwei Jahre im voraus erstellt werden ist es besonders wichtig, einen Blick auf aktuelle und vor allem zukünftige Trends zu haben. Bei jedem Kalender muss erneut die Entscheidung getroffen werden, ob dieses Thema auch in zwei Jahren noch so angesagt ist, dass die Leute einen entsprechenden Kalender kaufen. Neben den aktuellen Trends gibt es jedoch auch unter den Kalendern absolute Klassiker, wie den DuMont Küchenkalender oder den DuMont Gartenkalender. Diese Klassiker haben eine treue Fanbasis und werden bereits seit vielen Jahren hergestellt. Diese und viele weitere Informationen haben zwei sehr nette Mitarbeiterinnen des DuMont Kalenderverlags auf interessante Art und Weise vermittelt. Die Einblicke in die verschiedenen Arbeitsschritte von der Idee zum fertigen Kalender fand ich sehr interessant. 

Nach der letzten Veranstaltung gab es wieder eine Zusammenkunft mit anschließendem Abendessen im Foyer. Nach dem Essen wurde es merklich leerer, wobei einige noch bis in den Abend hinein gefeiert haben. 

Ich fand die Organisation der Veranstaltung sehr gut. Und auch wenn sich am Morgen vor der ersten Session alles etwas geknubbelt hat und der Andrang am Abend auf das Buffet groß war, was zu Wartezeiten geführt hat, war insgesamt doch alles gut organisiert und verlief reibungslos. 

Eine großzügige Goodie-Bag gab es auch. 
Mir hat die erste LitBlog Convention sehr gut gefallen. Die angebotenen Programmpunkte fand ich informativ und unterhaltsam, wobei ich mich manchmal gerne zwei-, drei- oder viergeteilt hätte, weil ich die anderen Programmpunkte ebenfalls interessant fand. Mir hat es gefallen einen Einblick in die Arbeit der Verlage zu erhalten und mehr über die Entstehung von Büchern und Kalendern zu erfahren. Sowohl am Tag der LitBlog Convention als auch über die sozialen Netzwerke habe ich gehört, dass einige andere Teilnehmer kritisiert haben, dass es zu wenig Programmpunkte für Blogger gab. Diese Kritik kann ich persönlich nicht teilen. Ich bin gespannt, ob es im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben wird, an welcher ich wieder gerne teilnehmen werde.