Buchliebe

4 Bücher für warme Sommertage

06:00


Im Sommer, wenn es so richtig warm ist und das Gehirn im eigenen Saft vor sich hinbrutzelt, schaffe ich es oft nicht mich auf anspruchsvollere Texte zu konzentrieren. Meist habe ich an solchen Tagen auch gar keine Lust dazu. Und sowieso sollte wenigstens die Lektüre leicht sein, wenn man schon alle Kraft dafür aufwenden muss nicht zu schmelzen. Deswegen möchte ich euch heute vier Bücher für warme Sommertage vorstellen, welche sich nicht nur gut lesen lassen, sondern auch mit ihrem Inhalt überzeugen können. 

Blau wie Schokolade | Cathy Lamb

Auch wenn ich den Titel merkwürdig und das Cover unpassend finde, musste ich dieses Buch nach dem Lesen des Klappentextes einfach kaufen. Geschichten, in denen sich die Hauptfigur einfach ins Auto setzt um in ein neues Leben zu fahren finde ich nämlich immer spannend. So bricht auch Jeanne aus ihrer gewohnten Routine aus und landet in einem kleinen Ort in Oregon. Dort findet sie nicht nur sich selbst, sondern auch ein neues Leben mit neuen Freunden und einer neuen Liebe. Die Schreibe ist locker und leicht, die Geschichte ist was fürs Herz ohne zu kitschig zu sein. 

Das Beste von allem | Rona Jaffe

Dieses Buch war 1958 nicht nur ein Bestseller, sondern auch ein kleiner Skandal über den alle gesprochen haben. Fünf junge Frauen stürzen sich ins Leben mit allen Möglichkeiten, die New York ihnen zu bieten hat. Ihre Ziele sind dabei sehr unterschiedlich, während die eine eine Familie gründen möchte, möchte die andere Karriere machen. Rona Jaffe schreibt angenehm und ich konnte beim Lesen gut in ein flirrendes New York eintauchen. In dem Buch geht es um Lebenswege, Wünsche, Ziele und vor allem um Veränderung und darum dass im Leben nie Stillstand herrscht. Lesenswerte Lektüre deren Themen auch heute noch aktuell sind. 

Glück ist, wenn man trotzdem liebt | Petra Hülsmann

Dieses Buch war im letzten Jahr in der Goodiebag der LitBlog Convention. Der Titel hat mir auf Anhieb gefallen, der Inhalt klang mir aber nach zu leichter Lektüre und ich dachte dass das Buch sicher länger im Regal steht. Ein paar Wochen später war mir aber nach ganz leichter Lektüre und ich zog das Buch aus dem Regal. Und schnell wurde ich positiv überrascht, denn auch wenn das Buch locker und leicht geschrieben ist, ist es gar nicht so oberflächlich wie ich dachte. Mit Charme, Witz, einer guten Stimmung, Feingefühl und durchaus auch Tiefgang hat Petra Hülsmann eine tolle Sommergeschichte geschrieben, die ganz nebenbei große Lust auf Hamburg und ein (oder zwei oder drei) Schokoladenmalheur macht. 

Auf gut Glück | Kerry Reichs

Und noch eine Geschichte, in der die Protagonistin einmal quer durchs Land in ein neues Leben fährt. Nach einer Krebserkrankung möchte Maeve in LA neu anfangen, bleibt jedoch irgendwo vor LA liegen. Neben Maeve spielen auch Ringelstrümpfe, ein Vogel namens Oliver und eine bezaubernde Buchhandlung eine besondere Rolle in dieser Geschichte. Mehr als einmal hatte ich beim Lesen Tränen in den Augen, mal vor Lachen, mal vor Rührung. Maeves Geschichte ist nicht nur unterhaltsam, sondern macht auch Mut. Tolles Buch und während ich das hier gerade schreibe, bekomme ich große Lust auf einen Reread. 

Kennt ihr eines der Bücher? Welche Buchempfehlungen habt ihr für warme Sommertage? Was lest ihr gerne wenn es so richtig heiß ist?

Sachbuch

Du bist der Weg und das Ziel | Cheryl Strayed

06:00



Von Cheryl Strayed habe ich "Wild" mit großer Begeisterung auf Deutsch und auf Englisch gelesen. Die Autorin hat mich nicht nur sehr begeistert, sondern auch nachhaltig beeindruckt und inspiriert. Ich habe zahlreiche Lieblingszitate aus ihrem Buch und sammle diese nicht nur in meinem Tagebuch, sondern auch auf einem eigenen Board bei Pinterest. Und in der ein oder anderen schwierigen Situation haben mir ihre Zitate schon dabei geholfen Kraft zu sammeln und mich selbst zu motivieren.

Deswegen ist es nun kaum verwunderlich, dass mich "Du bist der Weg und das Ziel" auch völlig begeistert hat. Das Büchlein erhält über 100 Zitate von Cheryl Strayed. Die Zitate stammen nicht nur aus "Wild", sondern auch aus Reden, Vorträgen und anderen Texten der Autorin. Mir gefällt die Auswahl der Zitate sehr gut und das ein oder andere meiner Lieblingszitate habe ich auch schon im Buch entdeckt.


Auch die optische Gestaltung des Buchs gefällt mir gut. Die Zitate werden durch kleinere Grafiken verziert und sind in unterschiedlichen Farben und Schriftarten gedruckt. Die Farben und Grafiken sind jedoch eher dezent, so dass das jeweilige Zitat im Vordergrund bleibt.

Das Buch enthält auch viele wundervolle Fotografien von Bäumen, Bergen und (Wander-)Wegen. Die Bilder passen gut zu den Zitaten und bereichern sie.

"Du bist der Weg und das Ziel" ist sicher kein Buch, welches man wie einen Roman in einem Rutsch wegliest. Aber dafür ist es meiner Meinung nach auch gar nicht gemacht. Es ist viel mehr ein Buch, welches man immer wieder mal rausnehmen, durchblättern und auf sich wirken lassen kann.

Für mein Buchregal ist dieses Buch auf jeden Fall eine wahre Bereicherung und ich werde es sicher noch oft in den Händen halten. Auch kann ich mir gut vorstellen das Buch zur ein oder anderen Gelegenheit auch zu verschenken.


Du bist der Weg und das Ziel - Schritt für Schritt zu innerer Stärke | Cheryl Strayed | Übersetzung: Maria Zettner | Kailash | 2017 | Hardcover | 160 Seiten | ISBN:  978-3424631364 | Preis: 15€

Literatour

Die 2. LitBlog Convention in Köln - Bücher, Buchmenschen, Tränen und ganz viel Liebe!

18:06


“Hooray it´s today!” dachte ich mir gestern beim aufstehen, denn endlich war es soweit. Die langersehnte zweite LitBlog Convention fand hier in Köln statt. Die Kölner Verlage Bastei Lübbe, DuMont Kalenderverlag, Kiepenheuer & Witsch und Community Editions sowie der Schweizer Diogenes Verlag haben nach Köln-Mülheim in die heiligen Hallen von Bastei Lübbe geladen.

Zusammen mit Svenja von Pan Tau Books habe ich mich auf die Reise von Köln-Rodenkirchen nach Köln-Mülheim gemacht. Bei Lübbe angekommen war dann die Freude groß auf all die anderen tollen Buchmenschen zu treffen, allen voran natürlich alle von und zus unserer LitBlog Con WhatsApp Gruppe.

Schnell ging es dann auch schon zur ersten Session. Bei mir stand “Der Buchumschlag - eine Frage des Geschmacks?” mit Julia Krumhauer von Kiepenheuer & Witsch auf dem Plan. Die Session war kurzweilig und richtig informativ. Mir war gar nicht in diesem Umfang bewusst, wieviel Arbeit und wie viele Arbeitsschritte hinter so einem Cover wirklich stecken. Toll fand ich es auch den Entwicklungsprozess verschiedener Cover zu sehen. Bei KiWi haben die Vorstellungen der Autoren auch großen Einfluss auf die Umsetzung und Gestaltung des Covers, denn dem Verlag ist es wichtig, dass die Autoren sich mit ihrem Cover wohl fühlen. Wert legt der Verlag auch auf die Authentizität der Cover. Bild und Schrift sollen nicht nur auf den ersten Blick verraten welchem Genre das Buch angehört, sondern im besten Fall auch Hinweise auf die Handlung geben und vor allem auch zur Handlung passen. So wird bei Destinations-Krimis beispielsweise auch ein Bild aus genau der Region, in welcher der Krimi spielt genommen und kein Symbolbild eingesetzt. Ich sehe so ein Cover jetzt jedenfalls mit ganz anderen Augen und weiß ein schönes oder aufwendiges Cover nun noch mehr zu schätzen als vorher schon.

Auch die zweite Session mit dem Titel “Blackbox Herstellung: Content rein, Buch raus - wie geht das?” war sehr interessant. Hanne Mandik aus der Herstellung von Kiepenheuer & Witsch hat einen sehr umfassenden Einblick in den Prozess der Herstellung und Produktion eines Buches gegeben. Hier gab es nicht nur etwas zu sehen, sondern auch zum anfassen. Auch hier wurde noch einmal gut deutlich, dass nachdem der Autor sein Manuskript beim Verlag eingereicht hat noch wahnsinnig viele Arbeitsschritte erfolgen, bis das fertige Buch dann im Laden liegt.

Diese beiden ersten Sessions haben mir besonders deshalb so gut gefallen, weil sie einen interessanten Einblick in die Arbeit der Verlage gegeben haben. Ich konnte einiges lernen, was ich noch nicht wusste und fand es sehr spannend, solches “Hintergrundwissen” über meine geliebten Bücher sammeln zu können.

Toiletten-Weisheiten | Fotobulli-Fun mit Juliane und Dana | Postkarten-Weisheiten 
Nach der zweiten Session gab es eine Pause mit Brötchen, Fassbrause und Zeit sich auszutauschen. Und wie das immer so ist wenn man viel Spaß hat und sich gut unterhält, vergeht die Zeit wie im Fluge und so war die Pause auch schneller als gedacht wieder vorbei.

Eigentlich wollte ich wirklich gerne zu “Heimatgefühle” mit Petra Hülsmann und Anna Basener. Da ich auch einen großen Bezug zu meiner Heimat Köln habe, fand ich das Thema sehr interessant. Spontan habe ich mich dann aber umentschieden für “Das Zusammenspiel von Büchern, Hashtags & Social Media” mit Sarah Liz. Sowohl für meinen Blog als auch beruflich brauche ich Social Media und finde es deswegen immer toll, noch etwas Neues zu lernen, mich mit anderen auszutauschen und neue Inspiration zu sammeln. Blöde Entscheidung, wäre ich mal lieber zu den Heimatgefühlen gegangen. Die Session sollte in einem Raum stattfinden, der sich aber schnell als zu klein für den Andrang herausgestellt hat. Die Veranstalter haben spontan darauf reagiert und die Session kurzerhand in die große Lobby verlegt. Kompliment dafür, das fand ich super dass da so flexibel reagiert wurde. Von der Session selbst konnte ich nichts mitnehmen und auch wenn ich jetzt daran denke, schwanke ich immer noch zwischen Verärgerung und einem großen Lachanfall. Emotionen beim schreiben zu haben ist gut. Aber nur noch weinend schreiben? Nicht mein Ding. Ist wegen der vielen Taschentücher die das verbraucht auch nicht Gut für die Umwelt.  In Social Media auch einen Hashtag verwenden? Ach nee, davon habe ich natürlich noch nie gehört. Der beste Tipp war aber eindeutig der, dann doch mal ein Buch zu lesen. Ähhh…??!! WTF?! Letzten Endes hat bei dieser Session einfach die Session nicht zum Zielpublikum gepasst.Schade.

Danach war ich erst einmal so geplättet und auch etwas Entscheidungsunfreudig, so dass ich einfach für die nächste Session im Foyer geblieben bin. Enja und Sandra von Moka haben über “Books & Co. auf Instagram” gesprochen. Die beiden fand ich unheimlich sympathisch und sie hatten auch eine sehr unterhaltsame und nette Art zu reden. Auch die Session selbst fand ich sehr interessant und konnte einige neue Ideen, z.B. für andere Hashtags die ich noch nicht nutze, mitnehmen.

Auf die letzte Session habe ich mich schon lange im voraus gefreut, denn es ging mit Torsten Woywod auf Weltreise: “100 Bookshops around the world”. Nachdem er die schönsten Buchhandlungen in Europa erkundet hat, hat er Job und Wohnung gekündigt und ist auf Weltreise gegangen um die schönsten Buchhandlungen der Welt zu besuchen. Torsten hat mit einer riesigen Begeisterung und ganz viel Herzblut erzählt, so dass es einfach schön war ihm zuzuhören. Ich finde es immer toll, wenn Menschen von etwas begeistert sind und man auch als Zuhörer diese Begeisterung spürt. Torsten hat auf jeden Fall eine tolle Art so zu erzählen. Und Reisen finde ich genauso toll wie Buchhandlungen, also war die Session auch inhaltlich sehr interessant. Geblieben ist wieder eine extra Portion Fernweh, die Motivation den nächsten Kurztrip nach Maastricht in die dortige in einer alten Kirche untergebrachten Buchhandlung zu machen und weiter für meine eigene Weltreise zu sparen.

Um die Zeit zwischen der letzten Session und dem Abendessen zu überbrücken, haben wir uns dann auf der fabelhaften Dachterrasse des Verlags getroffen. Dort gab es bei strahlendem Sonnenschein nicht nur eine tolle Aussicht über die schönste Stadt der Welt, sondern auch ein schickes Gruppenfoto.

(oben und von links nach rechts: ich, Juliane, Meike, Svenja und Dana,
unten und von links nach rechts: Eva, Michaela, Anna, Nise und Nicci)
Nach dem Essen gab es dann noch ein bisschen Spaß im Fotobulli und müde und erschöpft, voll beladen vor allem aber absolut geflasht und glücklich habe ich mich auf den Weg nach Hause gemacht. Zu Hause habe ich mir dann erst einmal den Inhalt der schweren Goodiebag in Ruhe angeschaut. Über das Buch von Petra Hülsmann freue ich mich riesig, das wollte ich mir diese Woche schon kaufen. Eigentlich nicht mein bevorzugtes Beuteschema, aber im letzten Jahr war auch ein Buch von ihr in der Goodiebag und das hatte mir richtig gut gefallen. “Nachts ist es leise in Teheran” steht weit oben auf meiner Wunschliste und auch darüber freue ich mich riesig. Und da ich momentan ganz viel Liebe für Herrn Bukowski verspüre, freue ich mich auch riesig auf dieses tolle Buch. Aber auch auf die anderen Bücher freue ich mich. Die Tasche war wirklich sehr großzügig befüllt und dafür bin ich sehr dankbar.

Es war insgesamt ein toller Tag. Und so bleibt mir an dieser Stelle nur noch ein dickes, fettes DANKE an die gute Organisation, an die Großzügigkeit der Verlage, an die Referenten der Sessions für viele Informationen und Input und vor allem an all die vielen tollen, lieben Buchmenschen. Ihr seid großartig! <3 <3 <3

Weitere Artikel über die LBC17 findet ihr auch auf folgenden Blogs (Liste wird regelmäßig ergänzt):

Reiseproviant auf Fantasie und Träumerei
Aus der Szene | LitBlog Convention 2017 auf Buchstabenträumerei
Unsere Litblogconvention 2017 auf Leckere Kekse
LitBlog Convention 2017 - Bloggerkonferenz im Verlagshaus Bastei Lübbe auf Nisnis Bücherliebe
Blogger Meet & Greet: Die LitBlog Convention 2017 auf Pan Tau Books
LitBlogCon 2017 - Ein Sonnentag in Köln auf Schreibtrieb
Warum ich 16 Stunden Zug für die LitBlog Convention gefahren bin auf kapri-ziös
Unterwegs auf der LitBlog Convention auf I am Jane
Mein Vortrag auf der Litblog Convention 2017 auf Buzzaldrins Bücher

Noch mehr über die LitBlog Con findet ihr auch unter #lbc17 auf Twitter, Instagram & Co.

Und füllt eure Feedreader doch bitte auch mit diesen tollen Blogs, welche alle von wunderbaren Bloggern mit viel Herzblut und Begeisterung geführt werden:

I am jane
Pan Tau Books
Fantasie und Träumerei 
Kitsunebooks /
Chochi in Wonderland 
Buchstabenträumerei 
Trallafittibooks  
Bücherschmöker 
Zeilenfuchs
Büchertatzen 
Buchsichten
Leckere Kekse
Nisnis Bücherliebe
Schreibtrieb

Nachtrag 14.06.2017

Während der LBC ist in verschiedenen Sessions, gerade auch in Zusammenhang mit YouTube der Begriff "Influencer" gefallen. Für mich hat sich das komisch angefühlt, denn dieser Begriff passt gar nicht so richtig zu Literaturblogs. Ich denke bei diesem Begriff zum Beispiel viel eher an Mode-, Beauty- und Lifestyleblogs. Über Facebook bin ich zufällig auf einen Artikel auf einem Fashion- und Lifestyleblog aus Köln gestoßen. Aber lest selbst:

Thoughts: Please call me influencer

Für mich war dies genau der richtige Artikel zur richtigen Zeit ;) Ich finde, dass Minamia sehr Recht hat mit dem, was sie schreibt. Und das versöhnt mich jetzt nicht nur mit dem Begriff, sondern auch mit dessen häufiger Verwendung auf der LBC.

Instagram: @Literameer