Warum ich für 2018 keine Lesevorhaben habe oder eine Hommage an das Lesen

15:48


Gegen Ende eines Jahres habe ich mir bislang auch immer einige Lesevorhaben für das neue Jahr vorgenommen, sei es den SuB abzubauen oder bestimmte Autor*innnen zu lesen. Ebenso habe ich immer wieder mal an Challenges teilgenommen bei denen es meist ebenfalls darum ging den SuB abzubauen oder auch bestimmte Bücher zu lesen. Das war oft schön und hat mir neue Leseerfahrungen gebracht. Dennoch habe ich die Vorhaben und Challenges meist nicht geschafft, weil sich meine Leselust im Laufe des Jahres dann doch anders entwickelt hat.

Auch für 2018 hatte ich wieder einige Lesevorhaben im Hinterkopf; SuB abbauen, eine gewisse Anzahl an Büchern schaffen, mehr Klassiker lesen und all das, was man sich halt so vornimmt.

Gerade eben habe ich noch einmal darüber nachgedacht und beschlossen, alle Vorhaben einfach Vorhaben sein zu lassen. Ich werde im neuen Jahr so lesen, wie ich mag. Es ist letztendlich egal, ob ich viele oder wenige, dicke oder dünne Bücher lese. Es ist egal ob ich 20 Bücher mehr oder weniger auf dem SuB habe. Es ist egal, ob ich bestimmte Autor*innen gelesen habe oder eben noch nicht. Es ist egal, ob ich nur Neuerscheinungen oder auch ältere Bücher lese. Es ist egal ob ich anspruchsvolle Kost oder leichte vergnügliche Geschichten lese.

Was wirklich wichtig ist, ist die Freude am lesen, an den Büchern, an den Geschichten. Es ist schön, neue Bücher zu bekommen und es ist genauso schön zu wissen, dass da immer noch Bücher zu Hause im Regal auf einen warten und dass man nie ohne Lesestoff sein wird. Es ist schön, etwas anspruchsvolles zu Lesen, so dass das Gehirn ein bisschen was zu tun hat. Es ist aber genauso schön einfach eine Geschichte zu lesen, die für den Moment gut unterhält, aber nicht lange nachhallt. Es ist schön sich mit anderen darüber auszutauschen, über Bücher zu sprechen, und sich gegenseitig Empfehlungen zu geben. Dabei ist es egal, ob ein Buch eine Neuerscheinung ist oder schon ein bisschen Älter ist, denn die Erfahrungen, Empfehlungen und Geschichten selbst werden dadurch ja nicht schlechter. Und es ist schön, einfach durch die Bibliothek oder über einen Flohmarkt zu bummeln und auswählen zu können, was einen gerade so anspricht, ganz ohne irgendwelche Listen im Hinterkopf haben zu müssen. Es ist schön, beim Lesen etwas zu lernen. Es ist aber auch schön, beim Lesen laut zu lachen, weil man gerade eigentlich Unfug liest. Es ist schön, beim Lesen andere Länder zu entdecken. Es ist aber auch schön, beim Lesen den Protagonisten auf bekannten Wegen zu folgen und dabei genau zu wissen, wo der Protagonist gerade ist, weil man auch schon diesen Weg gegangen ist. Es ist schön, nach eigenen Interessen und Themengebieten lesen zu können, und es ist auch schön, dass sich Interessen im Laufe eines Jahres weiterentwickeln und verändern können. Es ist schön, die Freiheit zu haben, lesen zu können was man mag und worauf man gerade Lust hat.

In diesem Sinne wünsche ich euch und mir ein abwechslungsreiches, aufregendes, unterhaltsames, emotionales, nachdenklich machendes, berührendes, glücklich machendes Lesesjahr 2018!

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13 Kommentare

  1. Das Vorhaben finde ich richtig gut, liebe Julia. Ich hatte mir für dieses Jahr erstmals keine bestimme Anzahl vorgenommen und allein das war schon so viel angenehmer! Endlich mal kein Stress mit Kurzgeschichten im Dezember, nur um irgendeiner Statistik zu entsprechen. Ich hatte trotzdem eine Leseliste, an die ich mich aber kaum gehalten habe - wie du sagst, irgendwie verändern sich die Leselaunen im Laufe des Jahres nun mal und auf viele Bücher hatte ich einfach keine Lust. Deshalb habe ich mir für 2018 wirklich nur ganz wenige aufgeschrieben, die ich lesen möchte - und wenn ich das nicht tue, ist es auch egal. Wozu der Stress? :)
    In diesem Sinne wünsche ich dir ein ganz tolles (Lese)Jahr 2018. <3

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    1. Liebe Elif,
      ich hatte für dieses Jahr grob vor, jede Woche ein Buch zu lesen. Früher hatte ich auch immer festgesteckte Ziele und den Stress mit den Kurzgeschichten und dünnen Büchern im Dezember kenne ich. Aber wie du sagst, es ist viel angenehmer all das nicht zu haben.
      Ich wünsche dir auch ein ganz tolles Jahr!
      Liebe Grüße
      Julia

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  2. Das möchte ich genau so unterschreiben. Auch wenn ich natürlich (denn so bin ich nun einmal) vermutlich trotzdem zum Monatsanfang ein grobes Lesevorhaben im Kopf haben werde, das es dann auch in den ersten Monatsbeitrag schafft. Aber wenn ich schon am zweiten Tag des Monats keine Lust auf dieses Vorhaben mehr darauf habe, dann ist es eben so. *g*

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    1. So ein paar Bücher, welche ich gerne als nächstes Lesen möchte habe ich ja auch immer im Hinterkopf. Das finde ich auch irgendwie normal. Aber ich lege mich damit nicht fest. Denn wie du sagst, wenn man dann Lust auf was anderes hat, dann ist das eben so :) Und das finde ich sehr angenehm und entspannt.

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  3. Liebe Julia,

    das finde ich toll, auch wenn ich dieses Jahr genau das Gegenteil von dem machen, was hier steht! haha
    Wobei ich das Wort "challenge" wirklich nicht sportlich nehme. Ich habe mir dieses Jahr die Mühe gemacht, meinen SuB aufzuschreiben und habe dabei wieder soooo viele tolle Bücher entdeckt, die ich wirklich gerne lesen wollte und immer noch will. Die "challenges" sollen mich eigentlich nur immer wieder daran erinnern, nicht nur oder überwiegend nach Neuerscheinungen zu schielen. Dehalb möchte ich tatsächlich den einen oder anderen Klassiker von SuB lesen, wieder eine literarische Weltreise machen, neue Autoren und ganz speziell, mehr japanische Literatur und Autoren entdecken. Am Ende sind diese "challenge"-Seite eine schöne Liste zu einem bestimmten Thema. Das gefällt mir dann. :-)

    Ich wünsche dir in 2018 sehr viel Spaß beim Lesen und freue mich auf deine Rezensionen!

    GlG vom monerl

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    1. Liebe Monerl,

      zur Inspiration bezüglich neuer Bücher schaue ich mir solche Challenge-Seiten und Leselisten auch gerne an. Manchmal google ich auch gezielt danach, wenn ich auf der Suche nach neuem Lesestoff zu einem Thema bin. Ich mag solche Themensammlungen sehr. Nur für mich persönlich lohnt es sich einfach nicht, da mitzumachen, denn wenn mich ein Thema zu Anfang des Jahres reizt, kann es gegen Jahresmitte schon wieder anders aussehen. Ich möchte mit dieser Aussage auch keine Challenges verteufeln oder schlecht reden, es ist nur einfach für mich ganz persönlich nicht das Richtige.

      Meinen SuB versuche ich auch immer wieder aufzuschreiben oder irgendwie anders einen Überblick zu behalten, z.B. via Goodreads. Aber das hat in diesem Jahr nicht gut geklappt, was auch damit zusammenhing dass ich umgezogen bin und dadurch eine ganze Weile gar keinen Zugriff auf meine Schätze hatte.

      Ich wünsche dir auch nur das Beste von allem für 2018!

      Liebe Grüße
      Julia

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  4. Schön geschrieben! Ich finde es auch wichtig, sich beim Lesen alle Freiheiten zu lassen und sich nicht einzuschränken, das ist ja schließlich nicht der Sinn eines Hobbys. Vorsätze habe ich trotzdem immer, aber einfach deshalb weil ich mir super gerne Dinge vornehme und es mag, sie am Ende abhaken zu können. Das sind aber alles keine Punkte, die mich irgendwie einschränken, weshalb ich das ganz entspannt angehen kann. Und wenn es nicht klappt, dann ist es auch nicht schlimm.
    Liebe Grüße und einen schönen Start ins Jahr!

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    1. Liebe Jacquy,

      das klingt nach einer entspannten Einstellung. Gefällt mir :) Du hast völlig Recht, sich selbst einzuschränken ist wirklich nicht Sinn eines Hobbys.
      Listen abzuhaken mit Dingen die ich erledigt habe mag ich auch. Das ist einfach so schön befriedigend.
      Ich wünsche dir alles Gute für das neue Jahr!

      Liebe Grüße
      Julia

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  5. Hey!
    Ich kann dich gut verstehen. Ich nehme mir nie etwas vor, weil mir das die Freude am lesen nehmen würde. Ich nehme zwar an vielen Challenges teil, aber immer so rum, dass ich erst mein Buch lese und dann meine Challenge-Seiten durchschaue, ob das Buch irgendwo reinpasst. Gerade zum Jahresende passen die Bücher meist nirgendwo mehr, aber das ist mir dann auch egal.
    Ich wünsche dir ein wunderbares und entspanntes Lesejahr 2018!
    LG
    Yvonne

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    1. Hey Yvonne,


      so wie du es mit den Challenges machst ist es natürlich auch eine gute Idee. Da kann ich mir gut vorstellen, dass das hilft Stress zu vermeiden.

      Ich wünsche dir ein ebenso schönes Lesejahr :)

      LG
      Julia

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  6. Ich mache es ähnlich und finde es sehr entspannend. Ich werde mir zwar wieder bei goodreads eine bestimmte Anzahl an Büchern vornehmen und ein bisschen an meinem Projekt "Europa erlesen" arbeiten, aber immer hübsch ohne Druck und locker-flockig. ;)

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    1. Bei Goodreads nehme ich auch an der Lese-Challenge teil. Ich habe 52 Bücher eingetragen, denn ein Buch pro Woche sollte machbar sein. Und wenn nicht ist das auch nicht schlimm, man kann das Ziel ja auch noch runter setzen. Mir geht es bei der GR-Challenge auch mehr um die Übersicht der gelesenen Bücher :)
      Und ohne Druck und locker flockig finde ich ebenso gut.

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  7. Liebe Julia,
    das finde ich so eine klasse Einstellung!!!!
    Auch ich habe mir dieses Jahr vorgenommen, einfach mal nichts vorzunehmen. Ich les, auf was ich Lust habe und aus! Bei Goodreads habe ich jetzt 50 Bücher an der Challenge mir vorgenommen, aber wenn ich die nicht schaffe, ist das auch nicht schlimm!

    Liebe Grüße Anett

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